Die Madroschka des Pop

Das System Hello Pop meint eine notwendige Neudeklination des Popbegriffs. Im System Hello Pop sind alle Menschen Darsteller und Fans. Die Popmadroschka ist erst Künstler, dann Konsument, dann wieder Fan und so weiter und im Kern dann das große Nichts des Pop.

Ist man in den 60er Jahren in Andy Warhols Factory zum Superstar ernannt worden, ohne je in Hollywood gewesen zu sein, so bedeutet im Jahre 2005 Hello Records die Chance zum Popstar in einer eskapadenhungrigen westlichen Sattheit zu werden. Die von Andy Warhol prophezeiten „15 Minutes of Fame“ manifestieren sich exemplarisch in der durchschnittlichen Spieldauer eines Hello-Albums.

Unter umgekehrten Vorzeichen erstellen Grafiker, geschöpft aus ihren populargeschulten Assoziationsketten, Bandnamen, Albumtitel und ganze Künstlerhistorien ohne einen Gedanken an die spätere musikalische Umsetzung zu verschwenden. Ein fröhliches Spiel welches Max Goldt vor Zeiten schon als unendlich und sehr unterhaltend beschrob.

Aus einem Fundus von über 40 handgemalten plattencoverartigen Wellpappen wählt der interessierte Musiker nun eine Popstarfantasie seiner Wahl. Die Vorgabe könnte kompletter nicht sein.Sowohl Alter Ego als auch Albumtitel sind festgelegt und können nun mittels Musik ihrer Interpretation anheimfallen. Die Musiker bewegen sich in einem freiheitlichen Raum in dem lediglich gemalte Zeichen und ihre Assoziationsvarianten das Gehege für den enthemmt jamenden Darstellertrieb bilden.

Hello Records war Bestandteil Gruppenausstellung "Fermente" der Märzgalerie Leipzig/Spinnerei der Künstlergruppe Hello bestehend aus Sebastian Burger, Ralph Niese, Lena Seik, Uwe Fischer, Tristan Schulze und weiteren Künstlern und Musikern

Hello Records @ Indiepedia

The TransVessTides - Big Balls on White Squalls (Collection)

Als Dick Dale “Virgin Wave” hörte, war er so elektrifiziert, dass er das Surfbrett seiner Mutter nahm und es an die Wand nagelte. Seinen Hit “Glory Wave” schrieb er noch in der gleichen Nacht auf ein paar ausgediente Bermudashorts. The TransVessTides stellen die Initialzündung des heute so populären Surfsounds dar. Alles was danach kam waren Abziehbilder. Der rollende Bass von Dean The Dive, die treibenden Trommeln von Lars Bombardo und die eingängigen Akkordfolgen, die anschmiegsame, manchmal dunkel und verrucht fordernde Stimme der zauberhauften Lorrie The Leash liefern den perfekten Sound. Das ist der Ride auf dem Peak der Rhytmuswelle. Das 1962 gefeierte erste Album “Big Balls on White Squalls”, damals bei ValSurf Records erschienen und über die Jahre beinahe in Vergessenheit geraten, wurde nun bei Hello Records unter dem Titel “Hey, get on the bay” neu abgemischt. Und das ist noch immer extrem HOT!

Nuno-A-Gogo - Irrumpes en mi Vida

Nuno A-Gogo wuchs in einer dieser typischen neospanischen Vorstadtcamprenatas nahe Puebla, Mexiko als Kind belgischer Einwanderer auf. Bereits in frühen Jahren lernte er seine enorme Sprachbegabung gewinnbringend einzusetzen, indem er für Mitschüler Aufsätze ins Belgische übersetzte. Die Schüler konnten diese dann zwar nicht mehr lesen, bezahlten aber dennoch gern ein paar Peso an den sehr beliebten Schlacks aus der Fremde. Im Alter von 12 Jahren erreichte Nuno bereits das unglaubliche Gardemass von zwei Meter. Trotz seiner enormen Gliedmaßenlänge verfügte er jedoch gleichzeitig über ein beeindruckendes Bewegungstalent. So war er zum Beispiel in der Lage, sich zu einer fast perfekten Kugel zusammen gekrümmt über die Dorfstrasse zu rollen. Mit dem Umzug auf eine portugiesische Carrerasfarm nahe Windhuk, Namibia nahm endlich Nunos Karriere als Musiker und Verwandlungsathlet ihren Lauf. Unter dem Pseudonym “Dawnit Wrong” nahm Nuno hier seine erste Single “Si, Si Kambodscha” auf. Es wurden nur wenige Exemplare verkauft. Im Jahre 1997 erschien dann sein einzig komplett erhaltenes Werk “Toro Fortuas” auf einem südafrikanischen Kassettenlabel. Aus dieser Phase stammen sämtliche Produktionen die hier nun zum Teil erstmalig in Europa veröffentlicht werden. Nuno A-Gogo starb viel zu jung im Alter von 27 Jahren an den Folgen eines tragischen Trapezunfalls. Uns Unvergessen bleibt seine wunderbar optimistische Musik und sein simpel wie schönes Lebensmotto: “Shamprente!” – “Sei dabei!”.

Video - "Ah Chem Prente" - Nuno-A-Gogo
Video - "Irrumpes en mi Vida" - Nuno-A-Gogo

Mikey in Disguise - Xtended Play 4 Short People

Mikey singt über die ganz großen Themen unserer Zeit. Der gerade neunjährige Disguise mit bürgerlichem Namen Wolfgang Junkers entstammte einer reichen Familie von Landwirtschaftsmaschineningenieuren ab. Wolfgang zog es jedoch schon bald aus dem elterlichen Haus und den damit verbundenen Verpflichtungen auf die Kunstakademie, wo er sich der Bildhauerei widmete. Nach nur mäßigem Erfolg lerne er die junge Zeletta kennen, die ihn schon kurz darauf der Musik näher brachte. Schon bald meiselte er seine ersten Kompositionen in Granit und so entstanden Klassiker wie "Man with the Horns" oder "Boy! oh Boy" in denen er traumatische Kindheitserinnerung verarbeitete. Im Alter von 28 Jahren verstarb Disguise an einer Holzsplittervergiftung und hinterliess eine Sammlung an wertvollen Songs, die von seiner Tochter Wanda nun aufgezeichnet wurden.

Fred vom Jupiter - Freunde für Immer

Es war eine Anomalie im Sternenzentral von Betelgeuze, die das Raumschiff des jupiterianischen Sternenfahrers Fred dermaßen erschütterte, dass es am Sternenbild Orion in die hungrigen, schwarzen Strudel des Centaurenloches geriet, um schließlich auf der Erde bruchzulanden. Die enorme Fliehkraft und die dabei freigewordene Radioaktivität hatten jedoch in Freds Zellen starke Mutationen hervorgerufen, die bewirkten, dass sich seine molekulare Substanz verdoppelte und voneinander trennte. Blitzartig der Lage bewusst, deklarierten sich die zwei Fredkörper zu individuellen Lebensformen und tauften sich auf die Namen Etienne Electrique und Bruno Orbit. Über mehrere Jahrzehnte hinweg hatte man von der Abwesenheit Freds wenig oder gar nichts mitbekommen – nur anhand weniger glaubwürdiger Augenzeugenberichte lässt sich der Aufenthalt der beiden auf unserem Planeten auf rund zwanzig bis dreißig Jahre schätzen. Für diesen Zeitraum macht der M.I.B. das Fred Duo für sieben Madonnenbluten und achtzehn unaufgeklärte Verschwinden von größeren Portionen Eiskrem verantwortlich. Genauere Spuren zu ihrer Biographie lassen sich erst ab dem Signing bei Hello Records im Jahre 2003 nachzeichnen. Seitdem erfreuen und erschrecken Fred vom Jupiter ein breitgefächertes Publikum und etablieren ihre ureigene Interpretation von Bühnenperformance für eine neue Generation elektronischer Musikerinnen und Musiker.

Turboflip - Best of Desintegration

Bruno Orbit, former member of the famous duo Fred vom Jupiter started TurboFlip in 1979 after an one year trip to india. Orbit's major musical influence were the unpublished Warsaw tapes (later Joy Division) he accidentaly found in his house trash can - which he liked to play at double speed. Using theses unique playbacks, he wrote his remarkable lyrics to perform them in shabby London pubs for almost ten years without success. Beeing broke in 1992, after his latest tour around Europe, Orbit decided to send some of his live footage to some record companies, which refused. Finally in 1994 - Turboflip placed on position 86 in Englands Pop Charts with "Desintegrated". Nevertheless, the record was no commercial success, so Orbit decided to quit the music buisness to "become a proper salesman".

MetallBrustWarzen - 100% Metall

100% pure metal! The three italians, Sergio Sementi, Victor Caprese and Bario Meduzzo from Foggia/Italy formed MetallBrustWarzen in 1980 - as a tribute to the german Neue Deutsche Welle Band - "Deutsch Amerikanische Freundschaft". Influenced by DAF's machine like electronic music style, they created their own rough sound without any computer - just made by drums and guitar. MetallBrustWarzen became well known in Europe as pioneers of live performance voice modulation. For this, they engineered their own portable octaver using an old amplifier and some beer can leftovers. After a heavy motocycle accident in 1983 Sementi decided to convert to Hinduism and went to India. Bario Meduzzo's solo carrer failed due the production of the first album.

Blutsportdisko - Blutige Nase (Collection)

Wenn Die Soft-Boys von Mirz Brün, the unglaubliche TURBOFLIP und ihr geiles Amazonengefolge die Wrestlingkostüme auspacken, dann gibt’s was auf den Sack. Das Rumblepack haben die Queens von MORE MEN LIKE MIKE mit Sicherheit geschnürt und setzen zum ganz großen Wurf an. Aber: RAW!!! Ganz ehrlich. NO FUTURE: Das ist Premium Entertainment für die ganze Familie. CRAZY ! LESBO ! MAGIC ! SHOCK ! Eine bessere Referenz als Jean-Claude, der zusammen mit Diana Ross Diskofox tanzt, gibt es in dieser Welt für eine Kapelle wie Blutsportdisko auch nicht. Wer sich auf einem ihrer Konzerte wiederfindet, muss partout alle üblichen Parameter von Musik und Ästhetik ablegen – sonst droht womöglich ein kostspieliger Besuch beim Therapeuten. Auf der Bühne schlagen sich Kreaturen in Superhelden-Uniformen beim Singen die Köpfe ein, zeitgleich paart sich eine überlebensgroße Bockwurst mit einer wandelnden Audiokassette. Dabei fließt natürlich Blut – oder wenigstens guter Heinz-Ketchup. Und durch die Boxen spielt ein mit Starkstromanschluss aufgepepptes Kinder-Keyboard süß-saure Melodien, unterlegt vom Dröhnen massiven Artilleriefeuers. Vielleicht ist beim nächsten Konzert aber alles noch absonderlicher, noch unbeschreibbarer, noch intergalaktischer. Denn bei der Blutsportdisko gibt es außer ihrem Namen keine Konstante: Nichts wird so sein, wie es war.

Video - "Schlechtes Wetter" - Blutsportdisko

Marie and the Testicules - Hardboiled in Soft Surrounding

Used to be hardboiled thugs lurking around in a soft surrounding. We´ve got not the foggiest notion where these guys disappeared to -but we do know that they should be performing some new material onstage instead of doing whatever they´re doing right now.

If you come across Marie on the street or spot one of her Testicules in your local death disco club - no, don´t hit them - but tell them that we at Hello Records are on cold-turkey. Until then we have to dust-bath in nostalgia all soaked in wormwood and desperately whooping our favourite Marie and The Testicules lines at the midnight sky.

Pelz - Hungarian Fell

In Hungaria, André Wochonin and Jürgen Passmark alias PELZ is nearly unknown by the local music scene. After their first hungarian release PELZ - NERZ in 1998 which was unfortunatley sold just 11 times - the two charming gentlement decided to publish their music in other countries. After recording three tracks in a very expensive hungarian TV studio, they ran out of money and sent their three hand made copys to famous people they knew from the western side of the world: Arthur Miller, Madonna and Simon Hello!

Bario Meduzzo - People Against People

After splitting up with his former band MetallBrustWarzen in 1983, Bario Meduzzo decided to work on his solo career as producer and performer. Coming from the harsh sound of his former band and influenced by the sound of the italian underground electronic scene of the mid 80's, he invented a new sound aethetic by accident. The fortune happend in the production process of his recordings by mixing up the wrong master level for vinyl, so all tracks were equally distorded. After discussions with his record label, Meduzzo decided to give away some of the records to some of his friends anyway to quit his carrer. Fortunately Hello Records got their hands on one of them!

Hafen - Die Häfen der Welt sind unsere Bühne

Die Häfen der Welt sind unsere Bühne” - so kennt man die zwei handfesten Kollegen vom Bremer Duo: Hafen. Ihr erstes Album enstand auf der Überfahrt von Kalkutta nach Stockholm auf dem berühmten PZOKLO, einem zweispurigem Aufnahmegerät mit Handantrieb. Der charakteristische Sound von Hafen wurde maßgeblich durch dessen speziellen Tonkopf bestimmt, der den heute üblichen Clubsound prägte. Grosse Aufmerksamkeit erlangte das kontroverse Duo in der schottischen Untergrund Clubszene der späten 80er, vor allem durch diverse Schlagzeilen um exzessiven Drogenmißbrauch und Handel mit illegalen Spielwaren aus Übersee. Nach einer Schlägerei im Bremer Überseehafen im Jahre 1988 erklärte Bruno Orbit das Projekt für beendet.

The Butternuts - Filpmuff (headbutts for the jilted generation)

Troubled eastern boondocks. Urban Farmers looking for some blues. Just looking? Sounds kind of gammy, doesn´t it? Naaay... these hippies are running for it, their guitars targeted at you like lances. Who will take up the cudgels for them? Yodelcore and Sterni is what these guys are out for. Have you got the guts to be part of the audience when the Filp hillys are on the schedule? Be sure to wear your buffed studded belt and your trucker cap ...you won´t be at fault to bring your muckrake as well. Like William Wallace said on his deathbed: "Many a mickle makes a muckle."Anyway, he who pays the piper calls the tune.

The Chi Chi Bang Bang Cthuluhus - Modernists

-information available soon!-

Website of the Chi Chi BBC

Ghosts EP by the Chi Chi BBC

Spank - Boobies

-information soon-

Ultralala - Das kennwer schon, das wollnwer aber nicht. (limited whitelabel edition)

-information soon-

The Happy Pessimist - I'm afraid of you (limited whitelabel edition)

Aufgewachsen im Paris der späten 70er Jahre kam Jean-Pedro Maguzzi, das jüngste von drei Geschwistern einer Waisenfamilie aus Sizilien schon früh in Berührung mit der aufbrausenden Discoszene der Metropole.

Auf sich allein gestellt machte Maguzzi schon in frühen Jugend Erfahrungen mit Drogen und galt als eines der ersten und jüngsten Opfer der 1976 entwickelten Modedroge - Spank, einer bewußtseinsbeschleunigenden Mischung aus Amphetamin und Farbstoff.

Nach fast zehn Jahren Entzug und einem Studium der Makroelektrotechnik (das er kurz vor seinem Abschluss abbrach) traf Maguzzi auf den damals noch unbekannten Ralf Hütter, der später mit Kraftwerk grosse Erfolge feiern sollte.

Die gemeinsame Leidenschaft zu elektronischer Makrotechnologie lebten die beiden Ausnahmetalente in ihrer eigenen Werkstatt aus, und entwickelten durch einen glücklichen Zufall den ersten querschwingenden Analogsynthesizer PLAST, der in den folgenden Jahren maßgeblich von Moog weiterentwickelt wurde.

Maguzzi's Hang zum Pessimismus und dessen tragischer Lebensweg fanden schon bald Ausdruck in seinen ersten musikalischen Experimenten. Maguzzi und Hütter arbeiteten die folgenden drei Jahre an der Definition von Soundlandschaften durch multidimensionale Klangsynthese und leisteten Pionierarbeit zur Entwicklung elektronischer Musik.

Einer Pfändung zufolge - man vermutet, Maguzzi und Hütter hätten über ihre Maße gelebt - gingen die ersten Aufnahmen mit dem PLAST verloren, die lediglich auf dessen Kohlenquartzchip gespeichert waren.

Im Zuge der Digitalisierung des französischen Verwaltungsapparats konnten die Aufnahmen im Jahre 1993 gerettet werden - mitunter vierzehn Aufnahmen in 8 Spuren - und wurden mit Genehmigung und Finanzierung des französischen Kulturministeriums der Öffentlichkeit bereit gestellt.